s Home » FĂŒhrer » Grado

Hotel Grado, Restaurants Grado, Bed and breakfast Grado, Urlaub am Bauernhof Grado

Buch Grado



Erwachsene
Kinder
Fl.:
  • 115,07 qkm
Höhe:
  • 2 m ü.d.M.
Bevölkerung:
  • 8,691
Gemeindeamt:
  • Piazza B. Marin, 4
  • 34073 - Aiello del Friuli (GO)
Orstchaften:
  • Barbana, Boscat, Fossalon, Primero
Website
Plan:

Der bereits zur Römerzeit bewohnte Ort, vermutlich eine ErgĂ€nzung der Hafenanlagen (gradus = Anlegestelle) von Aquileia, erlangte im 5. Jh. grĂ¶ĂŸere Bedeutung, als er befestigt wurde (Castrum) und den Bischöfen von Aquileia wĂ€hrend der GermaneneinfĂ€lle als Zuflucht diente. Anfang des 7. Jh. Sitz eines Patriarchats, das 1451 zu Gunsten von Venedig aufgelassen wurde. Grado, bereits seit dem ausgehenden 19. Jh. als Bade- und Kurort bekannt, hat auch kĂŒnstlerisch viel zu bieten. Den Bischöfen von Aquileia des 5. und 6. Jh. verdankt der Ort die herrlichen, frĂŒhchristlichen Monumente, die wie Juwelen in die malerische Altstadt eingesetzt sind. Sie bildet ein Trapez wie das antike Castrum, von dem teilweise die Anlage der Straßen erhalten ist (Calle Lunga und Calle Porta Piccola entsprechen den Hauptachsen der spĂ€trömischen Zitadelle). Die venezianischen Straßenbezeichnungen (Campo, Campiello, Calle) erinnern an Festungsteile, die zum Großteil nicht erhalten sind: Großes Tor, Kleines Tor, Neues Tor, Palazzo, Turm. Am zentralen Campo dei Patriarchi steht der im Stil von Ravenna auf einem bescheidenen Bethaus des 4.-5. Jh. (Grabmosaik des Petrus und sechseckiges Taufbecken) erbaute und 579 von Bischof Elia geweihte, majestĂ€tische Dom (Basilika S. Eufemia). Der dreischiffige Innenraum ist trotz Verwendung von Elementen anderer Bauten (römische SĂ€ulen und Kapitelle) von bewundernswerter, architektonischer Reinheit. Von großer Eleganz die ausgedehnten Bodenmosaike mit zahlreichen Inschriften. Unter den Kunstwerken anderer Epochen besonders hervorzuheben: die vergoldete, silberne Altartafel hinter dem Hochaltar, eine herrliche venezianische Arbeit aus 1372; der schlanke, romanisch-gotische Ambon (12. und 14. Jh.), in dem westliche und östliche Elemente harmonisch verschmelzen. Die Einfriedung des Presbyteriums wurde mit Fragmenten frĂŒhbyzantinischer Chorschranken rekonstruiert (beachtlich auf der rechten Seite ‘der JĂ€ger’). In der Apsis Fresken (Christus am Thron zwischen Heiligen und den Symbolen der Evangelisten) aus dem 14. Jh. und zwei Tafeln mit Heiligen auf goldenem Untergrund eines unbekannten, deutschen Meisters (Anfang 16. Jh.). Auf dem linken Pfeiler ein Pergola-Giebel mit Kruzifix und Widmung des Patriarchen VitalefĂŒr den hl. Hermagoras (Ende 9. Jh.). Auch die angrenzenden, tiefer liegenden RĂ€ume haben Mosaikböden aus der Zeit von Elia (571-589), wie sein Monogramm beweist; in der Trichora eine seltene, koptische Mensa, Skulpturen undMosaikfragmente; im Salutatorium (SĂŒdseite) eine Kopie der Kathedra-Reliquiar des hl. Markus (Original in Venedig); zu beachten im Mausoleum mit dem Grabmosaik von Bischof Elia (Ende 6. Jh.), ein kleines Kapitell mit seinem Monogramm und ein geschnitztes Antependium deutscher Schule aus dem 16. Jh. (PietĂ  und Figuren der Passionsgeschichte). Hier wird auch der Domschatz mit kostbaren frĂŒhchristlichen (zwei silberne Reliquienkapseln), byzantinischen (silberne Staurothek, ein Geschenk Kaiser Herakleios’ von ca. 630) und mittelalterlichen (Reliquienschrein der hll. Hermagoras und Fortunatus, Einbanddeckel von Evangelistar) Gold- und Silberarbeiten verwahrt. Der hohe, spĂ€tmittelalterliche Campanile (42,60 m) gipfelt im Erzengel Michael, Windfahne und Symbol der Stadt. Hinter dem Dom ein Lapidarium, reich an Epigraphen und Skulpturen vom 1. Jh. v.Chr. bis in das Mittelalter (besonderes interessant ein Pergola-Architrav mit Markus-Widmung des Patriarchen Johannes II, 807- 810). Römische Funde auch hinter der strengen, achteckigen Architektur des Baptisteriums aus dem 6. Jh., der neben Mosaikfragmenten einige rekonstruierte Elemente (sechseckiges Becken, Altar mit Steintafel des Bischofs Probinus, 569-571) enthĂ€lt. Daneben die ĂŒberaus interessante, frĂŒhchristliche Basilika S. Maria delle Grazie, die zwischen dem 5. und 6. Jh. erbaut wurde. Im Innenraum Mosaike auf zwei Ebenen, Einrichtungselemente (Chorschranken, Prunkstuhl und Kathedra) und Skulpturen aus dem Hochmittelalter (Fragmente zweier Tabernakel, Anfang 9. Jh.). In der NĂ€he der Kirche trĂ€gt das Geburtshaus von Biagio Marin (1891-1985), einer der großen italienischen Dichter des 20.Jh., eine Tafel mit Versen im Gradeser Dialekt. Fundamente einer weiteren frĂŒhchristlichen Basilika (Ende 4. bis Anfang 6. Jh.) mit achteckigem Baptisterium und Mosaikresten sind am Platz vor der Gemeinde zu besichtigen. Von hier sehr schön ein Spaziergang am Lungomare Nazario Sauro, ein Promenadenweg auf dem von Österreich im 19. Jh. errichteten Damm mit Blick auf den Golf von Triest. Unter diversen, Ă€lteren GebĂ€uden, die moderne Konstruktion des Nationalen ArchĂ€ologischen Unterwassermuseums (in Bau), in dem der Schiffsrumpf und die Ladung eines römischen Frachters aus dem 2. Jh., gemeinsam mit anderen Funden aus Meer und Lagune ausgestellt werden soll.  Der Weg am Damm verbindet die beiden grĂ¶ĂŸten StrĂ€nde von Grado, den eintrittsfreien Weststrand und den Oststrand (mit Eintritt), der zu den elegantesten und bestens ausgestatteten Anlagen der Adria gehört: unmittelbar dahinter, eingebettet in das GrĂŒn der Gartenanlagen Parco delle Rose, die Thermalanlagen und das eindrucksvolle Kongresshaus (1979), in dem Kongresse, Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen stattfinden. Die Lagune ist eine idyllische Naturlandschaft, besonders lohnenswert ein Besuch der kleinen Insel Barbana mit der gleichnamigen Marienwallfahrtskirche, die im vorigen Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, aber viel Ă€lteren Ursprungs ist (6. Jh.). Neben diversen KunstschĂ€tzen, enthĂ€lt sie zahllose, oft rĂŒhrende Votivgaben. Am ersten Julisonntag Ziel einer malerischen Prozession auf Booten (Bußgang), die sich seit 1237 ohne Unterbrechung wiederholt hat.

WIR SIND SOZIALE!!

BUSINESS PARTNERS

Bilder von Friuli Venezia Giulia